Vulkane in der Eifel entdecken

Vulkane in der Eifel sorgen noch immer für Bewegung in der Erde

vulkan eifelVulkanismus in Deutschland wird viele Menschen auf den ersten Blick verwundern. Seit Jahrmillionen sollen die feuerspeienden Riesen ausgestorben sein. Längst floss keine Lava mehr Berghänge hinunter. Feuersäule gigantischer Krater wurden schon lange nicht mehr gesichtet und dennoch existieren sie direkt im Herzen Deutschlands: Vulkane.

Die Eifel beherbergt einige der letzten ihrer Art. Als Maare sind ihre erloschenen Krater mit Wasser gefüllt und seit Jahrhunderten gern genutzte Badegebiete. Dennoch sind diese Vulkane nicht tot. Tief unter der Erde brodelt es noch immer, wie Geologen wissen. Nur wenige Millimeter im Jahr hebt und senkt sich ein gewisser Bereich innerhalb der Vulkaneifel. Zwar halten Wissenschaftler einen Ausbruch für eher unwahrscheinlich doch unmöglich ist er nicht.

UNESCO Global Geoparks im Hillesheimer Gerolsteiner Land

vulkanausbruch eifelDie Vulkaneifel zählt zu den UNESCO Global Geoparks und zieht aus diesem Grund Jahr für Jahr Besucher in ihren Bann. Nur wenige Naturgebiete auf der Welt erhielten eine solche Auszeichnung. Über die App OutcropWizard können Besucher geologisch während ihres Aufenthalts in der Eifel genau erschließen, welche Besonderheiten die Region zu bieten hat. Auch wenn viele die Vulkane in der Eifel als für Jahrmillionen-alt halten, was in mancher Hinsicht stimmt, so kam es zuletzt vor knapp etwa 10.000 Jahren zu Ausbrüchen. Geologisch und erdgeschichtlich eine kurze Zeit, in der bereits Menschen in diesen Regionen gelebt haben müssen. Zwar kein Vulkan aber sicherlich einen Ausflug wert ist der Ernstberg. Er ist fast 700 Meter hoch und dürfte Wanderern gefallen, die hoch hinaus möchten, aber keine Lust auf einen Ausflug in steiniges Gebirge haben. Trotzdem hat es auch ein Aufstieg auf diesen Berg in sich, insbesondere für ungeübte Reisende. Doch er lohnt sich! Oben angekommen bietet sich ein idealer Blick auf Erhebungen unterschiedlicher Art und gibt Aufschluss über die Beschaffenheit der Vulkaneifel. Berühmtester Vulkan im Hillesheim Gerolsteiner Land ist übrigens der Arensberg-Vulkan. Er ist nur noch als Krater vorhanden, der durch einen Stollen betreten wird. Geformt hat den Berg ausströmende Lava vor knapp 30 Millionen Jahren. Zu einer Besichtigung braucht es keinen Eintritt oder eine Warteschlange, denn der Arensberg-Vulkan kann das ganze Jahr über besichtigt werden und gibt Erkenntnisse über das Innere von Vulkanen frei. Die höchsten Spitzen, die einst existieren sind leider längst verschwunden. Zu verdanken ist dies Besuchern, die vor allem im vorletzten Jahrhundert den Vulkan als Wanderroute für sich entdeckten und somit nach und nach für eine Abtragung sorgten. Dennoch ist der Arensberg-Vulkan auch heute noch eine Reise wert und sorgt für spannende Einblicke in eine längst vergessene Welt.

Die Entstehung der großen Maare in der Vulkaneifel

Erschaffen wurden die Vulkane durch die Alpenbildung im Süden Deutschlands, Österreichs und der Schweiz, als die Kontinentalplatten aufeinander drückten. Dies geschah vor etwa 45 Millionen Jahren. Durch diesen Prozess wurden über 700 Vulkane in der Eifel erzeugt, deren Relikte noch heute von Geologen auffindbar sind. Berühmteste Erscheinungsformen sind die sogenannten Eifel-Maare. Von den existierenden 70 Maaren in der Eifel besitzen nur 12 von ihnen Wasser. Sie sind das Ergebnis explosionsartiger Magmaschübe, die das Gestein nach oben katapultierten und so einen Trichterförmigen Krater übrigließen, der sich nach und nach im Laufe der Jahrtausende mit Wasser füllte. Baden ist aber nicht in allen Maaren erlaubt, denn manche von ihnen besitzen nicht nur ungewöhnliche Untiefen, es können auch Gase auftreten. Erlaubt ist ein Schwimmen im Meerfelder Maar und im Pulvermaar. Auch der Schalkenmehrener und der Gemündener Maar laden zu einem Badeausflug in der Vulkaneifel ein. Auf diese Weise lassen sich Vulkane von ihrer amüsanten Seite entdecken.

Forscher inspizieren Vulkane und erhoffen sich erste Warnhinweise im Verhalten von Tieren zu erhalten

maare eifelDie Erde ist noch nicht zur Ruhe gekommen. Zeugnisse hierfür sind Erdbeben, die Forscher immer wieder in der Eifel aufzeichnen. Viele von ihnen sind für Menschen kaum wahrnehmbar und doch brodelt es unterhalb dieses Gebiets schon länger. Eine Tätigkeit ist auch durch Blasenbildung in manchen Maaren erkennbar. So steigen am Laacher-See noch immer Blasen auf, die auf einen Vulkanismus im Untergrund hindeuten. Ob die Vulkane deshalb ausbrechen ist aber nicht zwingend prophetisch. Es existieren Zeichen, die im Vorfeld eine Warnung sein könnten. Dabei analysieren die Wissenschaftler im Zuge ihrer Ermittlung auch das Verhalten von Ameisen. Schon an anderen Orten auf der Erde haben sie bereits vorstehende Vulkanausbrüche aufzeigen können. Ein ungewöhnliches Verhalten ist das fluchtartige Ausströmen aus ihren Nestern. Weshalb dies vor Ausbrüchen geschieht, ist noch nicht ganz geklärt. Einige Experten nehmen jedoch an, dass giftige Gase aus dem Vulkan von den Insekten zuerst wahrgenommen werden und deshalb der Fluchtinstinkt einsetzt. Sollte es tatsächlich eines Tages einmal zu einem Ausbruch kommen, würden die Vulkane Lavabrocken Kilometer weit ins Landesinnere schleudern. Tagelang regnet es Asche und als Folge trübe der Rauch die Sicht. Auch ausströmendes Magma könnte für angrenzende Dörfer eine Gefahr sein.